Wäre alles nach den Plänen von Pius Achermann und seinen OK-Kollegen gelaufen, hätte an Silvester dieses Jahres das 4. Internationale Radquer von Beromünster stattgefunden. Doch die IG Radquer Schweiz hatte anderes vor mit dem jungen Michelsämter Radquer: Am Sonntag, 8. Januar 2012, finden die RadquerSchweizer-Meisterschaften in Beromünster statt.
(pbi.) «Wir selbst wären nicht auf die Idee gekommen, 2012 die Schweizer Meisterschaften auszurichten», sagt Pius Achermann mit einem Schmunzeln. «Aber als die Anfrage von der IG Radquer Schweiz kam, wollten wir diese Chance unbedingt wahrnehmen.» Beromünster als Austragungsort des wichtigsten Radquerrennens der Saison auf Schweizer Boden überrascht auf den ersten Blick tatsächlich ein wenig. Erst an Silvester 2008 hatte die Premiere des GP-5- Sterne-Region stattgefunden. Seither sind jeweils am letzten Tag des Jahres drei Rennen über die Bühne gegangen. Und trotzdem wurde Beromünster als Austragungsort für die Schweizer-Meisterschaft 2012 in Betracht gezogen. «Das ist eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Pius Achermann, der auch im Januar 2012 als OK-Präsident amtet.
Zentrale Lage als grosser Trumpf
Die Gründe weshalb Beromünster schliesslich den Zuschlag erhielt, waren vielfältig. Neben der tadellosen Organisation der ersten drei Rennen und der bei Fahrerinnen und Fahrern beliebten Strecke spielte auch die zentrale Lage Beromünsters eine wesentliche Rolle. 2011 hatte die Radquer-SM in Hittnau stattgefunden, 2010 in Rennaz-Noville. 2012, so die Intention der Verantwortlichen beim Verband, sollten die nationalen Titelkämpfe nicht erneut im Zürcher Oberland respektive in der Romandie stattfinden. Allzu viele Alternativen gab es allerdings nicht. Bald war klar, dass eines der Luzerner Radquers in Beromünster oder Dagmersellen die SM 2012 austragen sollte. Da in Dagmersellen eine (erneute) SM-Austragung erst in einigen Jahren geplant ist, blieb Beromünster. «Für uns ist das eine sensationelle Gelegenheit, unser Quer in der Schweiz noch bekannter zu machen», freut sich Pius Achermann.
Mehr als 2000 Zuschauer erwartet Im Grossen und Ganzen wollen die Organisatoren am erfolgreichen Konzept der bisherigen drei Rennen festhalten. «Wir müssen den Anlass nicht neu erfinden», erklärt Pius Achermann. Die Tatsache, dass das Radquer von Beromünster von Beginn an als internationales Rennen mit entsprechenden Auflagen durchgeführt wurde, ist für die Vorbereitungen auf die Schweizer-Meisterschaft ein grosser Vorteil. Etwa bei der Streckenführung sind keine grossen Änderungen nötig. Sämtliche Rennen werden wie bisher auf der Centralstrasse gestartet. Die Zieleinfahrt erfolgt neuerdings auf der Bahnhofstrasse.
Auch das Budget ist für die SM nicht grossartig verändert worden. «Wir haben zwar einige zusätzliche Abgaben an den Verband zu leisten, dafür müssen wir den Fahrerinnen und Fahrern keine Startgelder zahlen. Das gleicht sich ziemlich genau aus», so Achermann weiter.
Der grösste Unterschied gegenüber den bisherigen Radquerrennen in Beromünster dürfte das Zuschauerinteresse sein. Pius Achermann und seine Crew rechnen mit 2000 bis 3000 Zuschauern. Um die grossen Zuschauerrnassen entsprechend versorgen zu können, wird in der Mehrzweckhalle eine grosse Festwirtschaft geführt. Selbst wer ein bisschen länger an der Wärme sitzen bleibt, wird die einzelnen Zieldurchfahrten dank einer montierten Kamera und Übertragung in die Halle, nicht verpassen.
Rund 100 Helfer im Einsatz
Damit am Tag X alles nach Plan läuft, sind die Organisatoren auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer angewiesen. Aber auch in diesem Bereich sieht es heute, gut sieben Wochen vor der SM, schon gut aus. Die pfadi wird die Festwirtschaft führen, der Langlaufclub Rickenbach und die Gruppe «mitenand 60+» helfen bei der Streckensicherung. Ausserdem werden viele Bekannte und Verwandte der OK-Mitglieder im Einsatz stehen. Für den Verkauf der Tombolalose wird noch eine Schulklasse gesucht. Auch für Unterhaltung abseits der Rennstrecke wird gesorgt sein. Auftritte der Michelsämter Musik und des Jugendchors Geuensee bilden ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Beim Busbahnhof werden Sponsoren und Gönner die Möglichkeit haben, sich im Sponsorenzelt auszutauschen und entlang der Strecke wird es mehrere Getränkestände geben. So sind die Radquer-Fans bestens versorgt und verpassen nichts von den Rennen. Weitere Highlights sollen die Siegerehrungen der einzelnen Kategorien werden.
Jasmin Achermann strebt Titelverteidigung an
Sportlich interessiert natürlich besonders das Eliterennen der Männer mit allen Schweizer Radquer-Cracks wie Christian Heule, Marcel Wildhaber und Simon Zahner sowie den Mountainbike-Grössen wie Florian Vogel, Lukas und Mathias Flückiger oder Ralph Näf.
Zumindest bei den einheimischen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte erfahrungsgemäss aber das Rennen der Frauen auf noch grösseres Interesse stossen. Die 22-jährige Gunzwilerin Jasmin Achermann steigt als Titelverteidigerin ins Rennen und möchte vor heimischem Publikum nur zu gern ihren fünften Elite-Titel bei den Frauen (den sechsten insgesamt) feiern. Doch auch die Konkurrentinnen werden alles daran setzen, um Achermann den Triumph im Heimrennen streitig zu machen. Die Radquer-Schweizer-Meisterschaften am Sonntag, 8. Januar in Beromünster versprechen auf und neben der Rennstrecke Spannung und beste Unterhaltung.